Grundlagen der forensischen Linguistik ist ein Einführungskurs für Forschende, Studierende und Praktiker*innen, der linguistische Analyse, Recht und digitale Methoden systematisch miteinander verbindet. Nachdem der englischsprachige Forensic Linguistics Short Course (FLsc) über Jahre hinweg große Resonanz erfahren hat, wird am 28. und 29. September 2026 erstmals ein Einführungskurs in deutscher Sprache angeboten.
Forensische Linguistik fungiert als Sammelbegriff für alle Forschungs- und Anwendungsgebiete, in denen Sprache und Recht aufeinandertreffen, also die Anwendung von linguistischem Wissen, Methoden und Forschung auf forensische, juristische und investigative Kontexte.
Der Kurs vermittelt fundierte Einblicke in die theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungsgebiete der forensischen Linguistik und arbeitet konsequent mit authentischen Daten und realen Fallbeispielen. Geplante Themenschwerpunkte für den Einführungskurs sind Geschichte der forensischen Sprachwissenschaft, Rechtslinguistik, sowie Autorschaft und individueller Sprachgebrauch (inkl. stilistischen, stylometrischen und Profiling-Analysen).
Der Kurs ist auf aktive Beteiligung ausgerichtet: Die Teilnehmenden arbeiten fallbasiert, präsentieren eigene Forschungsprojekte im Rahmen einer Postersession und beteiligen sich an Diskussionen, in denen Methoden, ethische Fragen und Anwendungsgebiete kritisch reflektiert werden.
Dr. Daniela Schneevogt (sie/ihr) ist forensische Linguistin und Research Associate am Aston Institute for Forensic Linguistics der Aston University. Sie gründete außerdem The Forensic Linguistics Lab. Daniela promovierte in forensischer Linguistik an der Aston University und verfügt zudem über einen MSc in IT and Cognition von der Universität Kopenhagen. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der linguistischen Analyse problematischer und missbräuchlicher Online-Kommunikation, insbesondere im Bereich Cyberkriminalität, Online-Kommunikation im Kontext sexualisierter Gewalt gegen Kinder sowie Identitätsdarstellung in anonymen digitalen Räumen. Methodisch arbeitet sie mit korpuslinguistischen, diskursanalytischen und computergestützten Verfahren und trägt mit ihrer Forschung sowohl zum wissenschaftlichen Verständnis digitaler Kriminalität als auch zu praxisrelevanten Ansätzen in den Bereichen Online-Sicherheit und Prävention bei.
Dana Roemling (dey/dana) ist forensische*r Linguist*in und Research Associate an der University of Birmingham. Dana gründete außerdem The Forensic Linguistics Lab. Dana promoviert in forensischer Linguistik an der University of Birmingham und verfügt unter anderem über die juristische Zwischenprüfung und einen Masterabschluss in Linguistik von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Danas Forschungsschwerpunkte liegen in der forensischen Autorschaftsanalyse, korpusgestützten Analysen in der Rechtslinguistik sowie in der linguistischen Analyse von Suizidabschiedsbriefen. Methodisch arbeitet Dana mit korpuslinguistischen und computergestützten Verfahren, unter anderem im Aufbau und der Analyse spezialisierter forensischer Korpora sowie mit geostatistischen Ansätzen und trägt damit zur Weiterentwicklung empirisch fundierter Methoden in der forensischen Autorschaftsanalyse sowie zur evidenzbasierten Analyse rechtlicher und kriminalitätsbezogener Kommunikation bei.
Der deutschsprachige Einführungskurs „Grundlagen der Forensischen Linguistik“ findet am 28. und 29. September 2026 in Düsseldorf an der Heinreich-Heine-Universität statt.
Die Bewerbungsphase beginnt am 21. März und endet am 21. Mai 2026.
Bewerbungen werden über folgenden Link entgegengenommen: jetzt bewerben.
Wie alle Veranstaltungen des Vereins ist auch der Einführungskurs „Grundlagen der Forensischen Linguistik“ eine Non-Profit-Veranstaltung, d.h. alle Einnahmen dienen zur Deckung der entstehenden Kosten.
Die Teilnahmegebühr für den Einführungskurs beträgt 280€. Inbegriffen sind neben dem Honorar für die Kursleitung zwei Mittagessen, ganztägig Getränke und Snacks während der Kurstage, sowie sonstige anfallende Kurskosten. Reise und Unterkunft müssen von Teilnehmenden selbstständig organisiert und gezahlt werden.
Die Teilnahmegebühr kann nach Annahme per Banküberweisung gezahlt werden. Zahlungsfrist ist der 28. August 2026. Bis zu diesem Zeitpunkt kann die Teilnahme kostenfrei zurückgezogen werden. Etwaige bereits überwiesene Gebühren werden bis zu diesem Datum in Gänze rückerstattet. Mit Ablauf des Datum erlischt der Anspruch auf eine Rückerstattung; eine Zahlungspflicht setzt ein. Ausnahmen werden in Härtefällen individuell durch die Vereinsleitung entschieden.